Paulas Blog erzählt von den Erlebnissen der Zeitungsente Paula Print. Wie sie als Lernende die Welt der Medien erlebt. Ohne Blatt vor dem Mund, wie es sich für ein humorvolles Agenturmaskottchen gehört.

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Schreiben, damit es andere lesen

Der Inhalt macht die Musik - auch, oder erst recht beim Schreiben

Diesmal hat unsere Chefin wieder einmal mit uns „geplaudert“. Sie war gut aufgelegt, weil ihr zwei – wie sie glaubt – extra-nette Geschichten gelungen sind. Sie schreibt ja selber sehr gerne. „Mühsam war’s“, hat sie gestanden. Trotzdem hat es ihr sichtlich Freude gemacht. Weil sie eben besondere Leckerbissen für interessierte Leser ausgegraben hat. Sie hat uns erklärt: „Ihr wisst ja, dass ich immer davon rede, dass es auf den Inhalt ankommt. Aber wie macht man das – dass da ein interessanter Inhalt da ist?“

Und dann hat sie aus ihrem „Nähkästchen“ erzählt – das war interessant. „Zuerst kommt immer die Überlegung, was will ich den Leuten vor allem sagen. Also welche Botschaft will ich rüberbringen. Aber: Botschaft ohne Information geht nicht. Also muss man sich anstrengen und recherchieren; und zwar genau. Mit viel Neugierde und Wissenslust. So finden sich die Leckerbissen.“

Die Schwarzpappeln

Sie hat erzählt: „Zum Beispiel die eine Geschichte: Da ging es mir darum zu zeigen, dass Opel Wien umweltfreundlich ist. Und bei meinen Besuchen dort sind mir einige sehr schöne – sichtlich alte – Bäume dort aufgefallen. Also habe ich das als Story vorgeschlagen: die Bäume am Werksgelände. Das Echo auf meinen Vorschlag war nicht sehr begeistert. Ja, weil sich doch niemand so recht vorstellen kann, was am Ende bei so einer Story rauskommt. Wenn man’s nur richtig angeht.“
Die Chefin hat ihre Stationen bei dieser Story beschrieben. Zuerst sei sie mit dem zuständigen Herrn bei Opel Wien und der Fotografin über das Werksgelände gegangen, habe sich selber ein Bild gemacht, und die Fotografin habe alle Bäume fotografiert. Dann habe sie – die Chefin – das zuständige Gärtnerunternehmen gebeten anhand der Fotos die Baumsorten zu benennen. Danach habe sie zusätzlich im Internet recherchiert: was jede Baumsorte so kann. Und natürlich habe sie den Zuständigen nach Warum und Wieso, nach speziellen Aktivitäten und Zahlen und Fakten gefragt.
„Auf etwas ganz Tolles bin ich drauf gekommen“, hat sie berichtet: „Diese schönen alten Bäume, die mir schon aufgefallen sind, sind Schwarzpappeln. Und die sind schon ziemlich selten. Weshalb sie in Österreich auf der ‚Roten Liste‘ der zu schützenden Pflanzen stehen und in Deutschland einmal zum Baum des Jahres erklärt wurden, um auf den notwendigen Schutz hinzuweisen.“ Sie hat gelacht und gesagt: „Da hat der Opel-Mann geschaut, wie ich ihm das erzählt habe. Und er war einer Meinung mit mir, dass die Mitarbeiter nach der Geschichte hoffentlich mit anderen Augen über das Werksgelände gehen.“
https://opelpost.com/06/2016/es-gruent-so-gruen/

Die Formel 1-Geschichte

Ähnlich und wieder anders sei es mit der zweiten Geschichte gegangen. Da sei ein alter Herr gestorben, der einmal für Opel Wien gearbeitet habe. Deshalb sei ein Gedenken angebracht gewesen. Aber das übliche Geschwafel, das bei solchen Anlässen üblich sei, sei aus ihrer Sicht nicht das Richtige gewesen. Bevor der Mann für Opel Wien arbeitete, war er nämlich ein Leben lang ein Motorsport-Begeisterter. Was zur Folge hatte, dass er sich für Flugplatzrennen in Österreich engagierte und schließlich sogar die Formel 1 nach Österreich brachte. „Gott-sei-Dank hat er in seiner Pension viele Bücher geschrieben. Die musste ich ganz einfach durchlesen und dann die wesentlichen Details herausklauben“, hat die Chefin erzählt. Und: „In diesem Fall waren die Fotos das Problem. Alte Fotos sind immer extrem schwer aufzutreiben.“
Doch das Technische Museum erwies sich als Fundgrube, bei einem speziellen Foto half der ÖAMTC, und zu den letzten Fotos – jenen von den frühen Rennen in Zeltweg – entsann sie sich eines Fotografen, mit dem sie früher einmal gearbeitet hatte. Der hatte sein Fotoarchiv verkauft, Motorsport-Begeisterte verwalteten diesen Nachlass, es galt nur die richtigen Fotos auszusuchen ...
https://opelpost.com/06/2016/wie-die-formel-1nach-oesterreich-kam/
Hab‘ ich schon gesagt, dass die Chefin manchmal recht anstrengend ist, wenn sie sich etwas einbildet? – Es zahlt sich aus, hab ich mir gedacht, nachdem sie erzählt hat, wie ihre Geschichten entstehen.

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