In diesem Blog geht es um Interne Kommunikation. In allen ihren Facetten. Mit aktuellen Beispielen. Mit besonderem Augenmerk auf moderne Trends.

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Interne Kommunikation: Mitarbeiter-Ängste

Digitalisierung, Outsourcing, Restrukturierung ... - Alles Worte, die bei Mitarbeiterinnen Angst erzeugen.

Mit Recht. Denn die Befürchtungen, die sie unerklärt heraufbeschwören, haben mit Arbeitsplatzverlust, Veränderungen des Arbeitsumfelds und der Leistungen, die erwartet werden, zu tun. In Wirklichkeit sind die Umstände, die mit solchen Begriffen einhergehen, oft gar nicht so schrecklich wie befürchtet. Sie bringen nur Veränderungen mit sich.

Was wirklich Angst macht und verunsichert, ist die Art und Weise, wie die Begriffe gebraucht werden: ohne nähere Erklärungen, ohne Informationen, was sie für den/die MitarbeiterIn im Speziellen bedeuten. Die Interne Kommunikation hat hier eine besonders wichtige Aufgabe zu erfüllen. Denn: Einmal gemachte schlechte Erfahrungen von MitarbeiterInnen lassen sich nachher nur in einem mühsamen, langfristigen Prozess ausbügeln.

Was tun?

Für den Fall, dass „Angst-Worte“ im Unternehmen reale Formen annehmen, eine To-Do-Liste in Stichworten:
1. Das Management muss überzeugt werden, dass Kommunikation sofort (!) und gleich von Anbeginn an notwendig ist. Auch wenn es noch nicht ausreichend Fakten zu kommunizieren gibt.
2. Es gilt laufend und umfassend zu kommunizieren! Ein einzelnes – in Managerlatein – gehaltenes Informationsschreiben reicht nicht! Alle Aspekte der Veränderungsprozesse – denn um solche geht es ja – gilt es aufzuzeigen: Was bedeuten die Veränderungen für das Unternehmen und seinen künftigen Fortbestand. Was bedeuten die Veränderungen für den Arbeitsalltag jedes/jeder einzelnen MitarbeiterIn.U.s.f.
3. Visionen beflügeln! Die hinter dem Veränderungsprozess stehende Vision muss in allen Informationen durchklingen und klar werden! Und sollte Hand in Hand gehen mit der generell für das Unternehmen geltenden Vision. Wobei Vorsicht geboten ist: Leere Worthülsen rächen sich. Wenn ein Unternehmen beteuert, Veränderungen seien notwendig, um das schon bisher tolle Kundenservice noch mehr zu verbessern, gleichzeitig aber ein von den Kunden lautstark bemängeltes Service aufweist, wird klar: Lügen haben kurze Beine! Und die MitarbeiterInnen durchschauen das sofort.
4. Nicht zu vernachlässigen ist das Feedback der MitarbeiterInnen. Fragen Sie Ihre MitarbeiterInnen nach ihren Verbesserungsvorschlägen für Ihren Veränderungsprozess und nach Ihrer Meinung! So gewinnen Sie nicht nur tolle Anregungen, sondern auch engagierte Mitstreiter.

Beispielhaft

Einer, der offensichtlich selbst unter extremen Voraussetzungen weiß, wie MitarbeiterInnen bei Veränderungen ins Boot zu holen sind, ist Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Zu der im Blitztempo durchgezogenen Übernahme der Adam Opel AG durch den PSA-Peugeot-Citroen-Konzern gab es binnen kürzester Zeit humorvolle Videos, die zeigten: Ja, wir bei Opel nehmen die Übernahme positiv auf: https://www.youtube.com/watch?v=juR9mg4pRqA&sns=fb und https://opelpost.com/news/ein-social-media-hit-nein-doch-oh/ Abgesehen von sofortigen Video- und Mail-Botschaften an alle MitarbeiterInnen.
Zum Fertigungsbeginn des Flaggschiffs Opel Insignia nahm der Manager in einem Interview für die MitarbeiterInnen ausführlich Stellung https://opelpost.com/03/2017/eine-halbe-milliarde-euro-ins-stammwerk-investiert/

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