Paulas Blog erzählt von den Erlebnissen der Zeitungsente Paula Print. Wie sie als Lernende die Welt der Medien erlebt. Ohne Blatt vor dem Mund, wie es sich für ein humorvolles Agenturmaskottchen gehört.

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Storytelling Nr. 2

Mitarbeitergeschichten in der Internen Kommunikation. Mit Odysseus als Beispiel.

Versprochen ist versprochen. Heute muss ich von der Ver-wendbarkeit von Storytelling in Unter-nehmen erzählen. Das ist viel weniger einfach als der Vergleich mit dem Märchen vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf.

Fotocredit: Michael Rosskothen

Die Helden der Arbeit

Ich, Paula Print, gehe mit offenen, neugierigen Augen durchs Leben. Das – so habe ich‘s mittlerweile gelernt – ist eine Grundvoraussetzung, um zu schreiben, zu berichten. So habe ich eine spezielle Aufmerksamkeit entwickelt, wenn ich ein Unternehmen zum ersten Mal betrete. Welche Slogans springen mich schon am Empfang an? Und welche Bilder? Auch Bilder von Menschen?
Unternehmen brauchen MitarbeiterInnen, die dafür sorgen, dass produziert, verkauft, organisiert wird, und die stolz auf ihre Arbeit und das Unternehmen sind, für das sie arbeiten. Aus Erfahrung weiß ich: Jedes Mal, wenn ich einzelnen MitarbeiterInnen auf die Finger schaue, was sie so tagtäglich machen, bin ich voller Bewunderung. Wie viel Wissen und Hingabe jeder, jede einzelne für ihre Arbeit, für ihr Unternehmen aufbringen.
Die Geschichten dieser „Helden der Arbeit“ gilt es zu erzählen: damit die einzelnen MitarbeiterInnen eine Bestätigung für ihren Einsatz erfahren und damit aus vielen einzelnen „Heldengeschichten“ ein Gesamtbild des Unternehmens entsteht. Für das es sich zu arbeiten lohnt, das es verdient von Kunden, Lieferanten, der Gesellschaft als Partner wertgeschätzt zu werden.

Viele Fallstricke in der Mitarbeiterkommunikation

„Heldengeschichten“ von MitarbeiterInnen klingt doch ganz logisch und überzeugend, nicht wahr?
Trotzdem gibt es viele Widerstände. Zuerst einmal das Bedürfnis von Unternehmen sich abstrakt, anhand von Zahlen und Fakten darzustellen. Gepaart mit der Angst vor der öffentlichen Darstellung von Problemsituationen. Ein Held muss ja schwierige Aufgaben lösen, damit er als Held zu erkennen ist.
Wenn es nach den Kommunikationsbedürfnissen von vielen Managern ginge, wäre Odysseus‘ Irrfahrt so abgelaufen: „Trotz widriger Umstände gelang es dem Herrscher von Ithaka nach der erfolgreichen Belagerung Trojas zehn Jahre später in seine Heimat zurückzukehren und dort mit seiner Gattin Penelope ein glückliches Wiedersehen zu feiern.“ Keine Rede von Hades-Pforten, Sirenen, Charybdis und Skylla sowie den anderen unzähligen Abenteuern des Odysseus und keine Erwähnung der lästigen Freier, denen Penelope während der Abwesenheit ihres Gatten widerstand.
Oft erweist es sich auch als Problem, dass „einfache“ MitarbeiterInnen mit ihren Leistungen vor den Vorhang geholt werden. Oder aber die Kommunikationsverantwortlichen, die Mitarbeiterstorys verfassen sollten, sind nicht fähig, den Spannungsbogen in den Geschichten herauszuarbeiten.

Nützliche Werkzeuge

Schon einzelne Aspekte des Storytelling-Handwerks helfen – abgesehen von der Struktur - die Qualität von Texten zu steigern: bildhafte Sprache und bildlich gut vorstellbare Situationen, gut charakterisierte Personen, liebevoll dargestellte Details von Problemen und ihren Lösungen. Solche Texte werden gern gelesen und weitergereicht.

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