Paulas Blog erzählt von den Erlebnissen der Zeitungsente Paula Print. Wie sie als Lernende die Welt der Medien erlebt. Ohne Blatt vor dem Mund, wie es sich für ein humorvolles Agenturmaskottchen gehört.

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Vom guten Benimm beim Posten

Heute gab's eine Spezial-Lektion von unserer Chefin: Sie hat uns eine Liste der Grundregeln für Facebook & Co. ausgehändigt und sie auch gleich mit uns diskutiert.

Unsere Chefin und Lehrmeisterin ist daher gekommen und hat von einer Diskussion erzählt, an der sie neulich teilgenommen hat; beim österreichischen PR-Verband. Das Thema dieser Gesprächsrunde waren Benimmregeln für Social Media! Zuerst haben wir gelacht, weil wir geglaubt haben, jetzt sollen wir - wie in der berühmten Tanzschule Elmayer die Tänzer vorm Tanzen - vorm Posten weiße Handschuhe anziehen. Aber dann war die Sache doch sehr lehrreich. Und was dabei auch noch interessant ist: Niemand sonst hat sich bisher den Kopf zerbrochen über Benimmregeln für Social Media – haben sie gesagt. - Die erste Regel: Fairness. Was dahinter steckt: In den Social Media sprechen wir nicht nur einige enge Freunde an, sondern bewegen uns in einer Riesen-Community. Bei Facebook zum Beispiel in einem Kreis von mehreren hundert Millionen Fans. Ein gutes Motto ist daher: Nachdenken vorm Posten!

Die zweite Regel: Respekt. Je vielfältiger die Friends und Follower, desto vielfältiger die Meinungen und Äußerungen. Das macht die Social Media ja so spannend. Aber Aufpassen ist gleichzeitig noch mehr angesagt! Zum Beispiel beim Zitieren und Teilen, damit Fotos oder Aussagen von anderen in ihrer Bedeutung nicht verdreht rüberkommen.
Drittens: In den Social Media heißt’s Verantwortung übernehmen. Wer zum Beispiel einen Shitstorm vom Zaun bricht, darf sich nicht wundern, wenn er selbst recht wilde Statements bekommt und womöglich zum Mit-Auslöser von Unternehmenskrisen oder politischen Debatten wird. Also auch: Nachdenken vorm Teilen!

Für Unternehmen: Unter-Regeln zu den Über-Regeln

Der vierte Punkt, auf den uns die Chefin aufmerksam gemacht hat, gilt vor allem für Social Media von Unternehmen: Da sollte so etwas wie eine Vorbildfunktion rüberkommen. Die Social Media-Leute vom Unternehmen sind dabei angehalten steuernd einzugreifen, wenn Inhalte und Stil der sozialen Diskussion gegen gute Sitten – so wie sie die Firma versteht – verstoßen.
Auch bei der fünften Regel geht’s um Unternehmen: Den MitarbeiterInnen zu verbieten sich in sozialen Netzwerken herumzutummeln, ist eher chauvi-mäßig, also gar nicht cool. Wobei natürlich einzusehen ist, dass die Firmenbosse nicht möchten, dass irgendwelche Geheimnisse ausgeplaudert oder schädliche Informationen gepostet werden. Deshalb sollen sich Unternehmen nicht nur an die allgemeinen Benimm-Regeln halten, sondern auch noch mit ihren MitarbeiterInnen zusätzliche Regeln vereinbaren; die Unter-Regeln zu den Über-Regeln sozusagen.

Mit offenem Visier, aber nicht sau-grob

Punkt Nummer sechs: Da geht's um Offenheit. Gerade weil es so leicht ist, sich im Internet hinter einer anonymen Maske zu verstecken, sollte jeder - der es wirklich ehrlich meint - mit offenem Visier daherkommen. Weil das - und die kurzen Ausdrucksformeln - leicht zum Grob-Sein verleiten, gibt's noch einen eigenen Punkt: Höflichkeit. Regel Nummer sieben ermahnt also, "den richtigen Ton zu finden".
Bei der letzten Regel, der Regel Nummer acht, sind wir bald in eine ausführliche Diskussion geraten: Da geht’s nämlich darum, die Persönlichkeitsrechte von anderen, aber auch von sich selbst zu schützen. Fragen, die wir beredet haben, waren: Wann darf ich Fotos von anderen Leuten posten? Ich kann ja nicht immer jeden fragen, ob es ihm recht ist, wenn ich sein Foto ins Internet stelle. Oder sollte ich das sicherheitshalber doch tun? - Eine andere Frage: Wie viel von meinem Wissen über andere Leute darf ich im Internet veröffentlichen? Zum Beispiel, indem ich – öffentlich – zum Geburtstag gratuliere?
Zum Schluss hat uns die Chefin gefragt, was wir von den Regeln halten. „Klasse Sache“, haben wir gemeint. Und gleich dazu vorgeschlagen, praktische Beispiele zu sammeln und zu diskutieren. Damit „Ethik live“ entsteht. Sozusagen.

Kommentare

  • 23-04-2015 | 17:38
    Kommentar von: Kristin Engelhardt

    Jö, das ist schön, dass mein Blog gefällt! Ich, Paula, darf ihn schon selber schreiben. Aber die Chefin - eh schon wissen, eine strenge - schaut immer noch drüber. Mit lieben Grüßen Paula Print

  • 23-04-2015 | 13:54
    Kommentar von: Alex Werther

    der blog gefällt mir, wer immer ihn schreibt. die Mitarbeiterin oder doch die Chefin.

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