Paulas Blog erzählt von den Erlebnissen der Zeitungsente Paula Print. Wie sie als Lernende die Welt der Medien erlebt. Ohne Blatt vor dem Mund, wie es sich für ein humorvolles Agenturmaskottchen gehört.

» Archiv

Do you speak English?

Fremdsprachenkenntnisse einmal anders gesehen.

Beim letzten Teamgespräch hat uns die Chefin gleich zu Beginn gefragt: Do you speak English? „Yes, of course“, haben wir wie aus einem Mund gerufen. „Eh klar“, hat die Chefin gemeint. „Ihr seid ja alle unter 30. Da ist es mittlerweile selbstverständ-lich eine Fremdsprache zu können.“ Und dann hat sie uns gefragt, was wir glauben, wie gut unser Englisch ist. Da haben wir gemerkt, dass sie mit uns was vorhat. Weil unser Englisch reicht eben nur zum Verständigen, aber Deutsch – unsere Muttersprache – können wir doch besser.

Muttersprachlich geht's mehr zu Herzen

Uj, habe ich mir gedacht! Wenn sie jetzt verlangt, dass wir uns beim Englischen genauso anstrengen müssen, wie sie das beim Deutschen von uns verlangt, dann wird’s anstrengend. Aber so schlimm ist es dann nicht gekommen. Die Chefin hat uns nur geschildert, dass sie glaubt, dass mit dem heute im Geschäftsleben üblichen Mischmasch von Sprachen einhergeht, dass viele Menschen weder ihre Muttersprache noch die Fremdsprache ordentlich können. Es gehe ja nur um das „Sich-Verständigen-Können“. Das sei schade, hat sie gemeint, weil nur mit dem Bemühen um gute Ausdrucksweise – in der Muttersprache oder in der Fremdsprache - sei es möglich sich wirklich präzise auszudrücken und Emotionen zu vermitteln. Die Muttersprache gehe eben meistens mehr zu Herzen.
Das sei der Grund – und mangelnde Fremdsprachenkenntnisse bei den MitarbeiterInnen -, dass Mitarbeiterzeitschriften in internationalen Konzernen in viele verschiedene Sprachen übersetzt werden. Die Chefin hat Beispiele genannt: die Mitarbeiterzeitschrift „Bosch Zünder“ zum Beispiel gibt es in zehn Sprachen, unter anderem in Tschechisch, Ungarisch, Portugiesisch, Türkisch und Japanisch. Die Mitarbeiterzeitung von ThyssenKrupp erscheint in acht Sprachen, die "Opel Post" hingegen gibt es „nur“ auf Deutsch, Spanisch, Ungarisch, Polnisch und Englisch. „Das ist ziemlich teuer“, hat uns die Chefin erklärt. „Weil die Übersetzungsqualität muss ja auch stimmen. Was gar nicht so leicht ist bei firmenspezifischen Ausdrücken.“

1.500 Millionen weltweit sprechen Englisch

Zum Schluss gab‘s dann noch ein paar Fakten: Rund die Hälfte aller Menschen auf dieser Welt sprechen als Muttersprache eine der zehn meistgesprochenen Sprachen. Das sind der Reihe nach Mandarin-Chinesisch (982 Millionen), Hindi (460 Millionen), Englisch (375 Millionen), Spanisch (330 Millionen), Portugiesisch (216 Millionen), Bengali (215 Millionen), Arabisch (206 Millionen), Russisch (165 Millionen), Japanisch (125 Millionen) und Deutsch (105 Millionen). Wenn es um das Benützen der Sprachen geht, schaut die Reihenfolge anders aus: Da liegt Englisch mit 1.500 Millionen an erster Stelle, gefolgt von Chinesisch (1.100 Millionen). Danach kommen Hindi, Spanisch, Französisch, Arabisch, Russisch, Portugiesisch, Bengali, Deutsch und Japanisch.

Kommentar verfassen